Jugendamt Stadt Kleve: Ist der eigene Anspruch selbst nicht zu erfüllen?

Jugendamt Stadt Kleve: Ist der eigene Anspruch selbst nicht zu erfüllen?

Pflegekinderdienst: Sind freie Träger als "Konkurrenz" zu betrachten?

Der Pflegekinderdienst des Jugendamtes der Stadt Kleve setzt wie jedes andere Jugendamt eigene interne fachliche Standards für sich selbst sowie für freie Träger für Erziehungsstellen und Pflegefamilien voraus. Auch die freien Träger werden ebenso wie potenzielle Pflegeeltern von den Jugendämtern hinsichtlich deren Standards, Eignung und Fachlichkeit überprüft.

Netzwerk – SFL existiert als freier Träger für Erziehungsstellen und Pflegefamilien mittlerweile seit 5 ½ Jahren und besteht derweil aus insgesamt 30 Mitarbeitern. Wir kooperieren mit rund 20 öffentlichen Trägern (Jugendämtern aus ganz NRW). Unsere Qualitätsstandards orientieren sich aktuell an den Auflagen des Stadtjugendamtes Kleve. Unsere Fachberater/innen betreuen demnach z.B. max. 10 Familien und verfügen über mehrjährige Berufserfahrung in der Jugendhilfe. Zudem setzen wir für unsere Fachberater/innen eine traumapädagogische Zusatzausbildung sowie eine Weiterbildung zum Systemischen Berater voraus. Darüber hinaus beschäftigen wir eigene Kinder- u. Jugendpsychologen sowie -Therapeuten und haben uns damit fachlich noch mal breiter aufstellen können.

Unsere Pflegeeltern durchlaufen einen intensiven Vorbereitungsprozess und absolvieren eine Pflegeelternschulung sowie im Gegensatz zum Jugendamt auch eine zusätzlich versierte Qualifikationsschulung, welche bei uns nach ISO-Norm zertifiziert wird, bestehend aus mehreren Modulen.

In der Vergangenheit kontaktierten uns viele Pflegeeltern mit dem Wunsch sich als Pflegefamilie vom Jugendamt zu lösen und stattdessen mit einem freien Träger zu kooperieren. Dafür gab es vielerlei Gründe. Man fühle sich vom Jugendamt im Stich gelassen und nicht ausreichend beraten. Man stehe nach einer nicht ausreichenden Vorbereitung mit vielen Problemen, die die Pflegekinder und das ganze System mit sich bringe, allein dar. Die Mitarbeiter des Jugendamtes müssten leider viel zu viele Fälle betreuen. Dies habe sich bereits herumgesprochen, woraus sich ein Bedarf an freien Trägern entwickelte die in deren Betreuung qualitativ besser aufgestellt sind und viel mehr Möglichkeiten bieten, um den Familien und insbesondere den Kindern mit deren Bedürfnissen gerecht zu werden und um Pflegeeltern z.B. auch zu entlasten und aufzufangen.

Es ist ersichtlich, dass das Jugendamt Kleve hier gegenüber den Trägern auferlegte Voraussetzungen selbst weniger fachlich aufgestellt ist sowie nach eigenen Angaben mit 5 Mitarbeitern des Pflegekinderdienstes insgesamt 95 Pflegekinder betreut. Dies wirkt in Verbindung mit den für die freien Träger zu erfüllenden Standards sehr irritierend, werden jedoch von diesen selbstverständlich erfüllt und umgesetzt .

Das Jugendamt sieht in den freien Trägern demnach eine „ernstzunehmende Konkurrenz“. Allerdings stellt sich die Frage nach der Ursache. Vielmehr jedoch sei es zu überdenken und wichtig, dass den Kindern geholfen wird und weniger durch wen. Formulierungen wie „Konkurrenz“ und „Markt für Pflegefamilien-Anbieter“ sollten zu diesem Thema daher doch sehr hinterfragt werden.

In deren Aussagen und anhand der in Frage zu stellenden Kompetenzen stellt sich das Jugendamt hier sehr unglaubwürdig dar, da es dem eigenen Anspruch leider nicht gerecht werden kann und selbst immer weniger Pflegefamilien findet, welche mit dem Jugendamt zusammenarbeiten möchten.

Jede Pflegefamilie hat natürlich das Recht auf freie Trägerwahl und das Privileg die Betreuung zu wählen, welche für sie am geeignetsten ist und sollte keinesfalls durch ein „Konkurrenzverhalten“ beeinflusst werden. Man sollte sich jedoch die Frage stellen, wo man hier anzusetzen hat. Bei der benannten „Konkurrenz“ oder bei sich selbst?

Natürlich verdienen freie Träger sowie auch die Mitarbeiter des öffentlichen Trägers ihren Lebensunterhalt mit der Arbeit rund um das Tätigkeitsfeld Pflegefamilie. Das versteht sich von selbst. Dennoch geht es letzten Endes uns allen auch darum dem Bedarf für Pflegekinder gerecht werden zu wollen und geeignete Pflegeeltern zu finden. Dieses Ziel sowie die Kinder und Familien dabei professionell zu begleiten und fachlich zu unterstützen sollte für alle im Vordergrund stehen. Dafür stehen wir mit unserer innovativ zeitgemäßen Firmenphilosophie und betrachten diese Tätigkeit als Berufung und leben für diese Aufgabe. Anders ist es schwer in diesem Bereich langfristig tätig zu sein.

Man sollte dieses Ziel lieber gemeinsam verfolgen, unabhängig davon ob man dies bei einem öffentlichen oder privaten Träger ausübt. Nichts anderes als das Wohl der Kinder sollte dabei eine so hervorgehobene Rolle spielen.

 

Wir stellen uns gerne allen aufkommenden Fragen und geben insbesondere auch auf unserer Facebookseite sowie auf Instagram einen transparenten Einblick in unsere Arbeit.

 

Vielleicht auch interessant?