Fachberater berichten anonym

Ein wesentlicher Bestandteil unserer Tätigkeit ist die kontinuierliche Begleitung der Pflegekinder in ihren neuen Familien. Im Folgenden finden Sie einen anonymisierten Entwicklungsbericht, der die Entwicklung eines unserer Pflegekinder veranschaulicht.
Tag 1 - Inobhutnahme
Das Pflegekind wird zunächst in eine Bereitschaftspflegefamilie aufgenommen.
Zum Zeitpunkt der Aufnahme ist es stark entwicklungsverzögert und steht geistig auf dem Stand eines zweieinhalbjährigen Kindes. Bis zur Aufnahme in die Erziehungsstelle hat es keine Kita besucht und nur wenig Kontakt zu anderen Kindern gehabt. Aufgrund seines Entwicklungsstandes ist Spielen mit Gleichaltrigen nur bedingt möglich.
Das Kind benötigt dringend Ergotherapie und Logopädie, die aufgrund der mangelnden Kooperationsbereitschaft der Mutter immer wieder aufgeschoben wird.
Die ersten Wochen
Nach mehreren Wochen der Anbahnung zieht das Kind in eine Dauerpflegefamilie um und kann sich schnell eingewöhnen. Von Beginn an hat es nachts durchgeschlafen. Innerhalb weniger Wochen ist es trocken. Mit kleinen Hilfestellungen kann es sich selbstständig an- und ausziehen sowie die Zähne putzen.
Durch die Erziehungsstelle konnten positive Entwicklungen in der Sprache und im Gang des Kindes erzielt werden. Allerdings zeigt das Kind kein altersentsprechendes Nähe- und Distanzverhalten.
Es wird in einem integrativen Kindergarten angemeldet. Nachdem sein Sicherheitsbedürfnis durch Nähe und kindgerechte Gespräche in der Erziehungsstelle erfüllt wurde, kann es sich gut auf den Kindergartenalltag einlassen. Es wird von den Erziehern als lebensfrohes und aufgewecktes Kind wahrgenommen.
Die ersten Monate
Die Erziehungsstelle nimmt ein weiteres Pflegekind auf. Dies führt zu Verunsicherungen und Wutausbrüchen bei dem Kind. Es muss ihm ständig rückversichert werden, welche Veränderungen die Aufnahme des neuen Familienmitglieds mit sich bringt und ob sein Verbleib bei der Erziehungsstelle dadurch gefährdet sei.
Seit der Aufnahme bei der Erziehungsstelle fanden keine Besuchskontakte mit der Herkunftsfamilie statt. Das Kind hat noch nicht nach seinen leiblichen Eltern gefragt und betrachtet die Erziehungsstelle als seine festen Bezugspersonen bzw. Eltern.
Das Kind besucht eine Frühförderstelle und erhält Ergotherapie, heilpädagogische Förderung und Physiotherapie. Im SPZ wird ADHS diagnostiziert.
Nach Jahren in der Erziehungsstelle
Dank der kontinuierlichen Unterstützung und Förderung durch die Erziehungsstelle ist es dem Kind gelungen, seine Entwicklungsdefizite aufzuholen. Es hat die Grundschule erfolgreich abgeschlossen – unter anderem dank der Integrationshilfe – und besucht nun das Gymnasium. Die Integrationshilfe wird beendet. Die Erziehungsstelle hat die Vormundschaft für das Kind übernommen. Auf eigenen Wunsch hat das Kind den Nachnamen der Erziehungsstelle angenommen.
Aktueller Stand in der Erziehungsstelle
Das Kind strebt das bilinguale Abitur an.
Es hat eine enge und liebevolle Bindung zu seiner Erziehungsstelle sowie zu seiner Pflegeschwester aufgebaut. Es wächst weiterhin in einem liebevollen und unterstützenden Umfeld auf.
Überlegen Sie, ob Sie eine Erziehungsstelle werden und einem Kind ein liebevolles Zuhause bieten möchten. Wenn ja, füllen Sie unser Bewerbungsformular aus und vereinbaren Sie ein unverbindliches Erstgespräch mit uns.