Fachberater berichten anonym

Ein wesentlicher Bestandteil unserer Tätigkeit ist die kontinuierliche Begleitung der Pflegekinder in ihren neuen Familien. Im Folgenden finden Sie einen anonymisierten Entwicklungsbericht, der die Entwicklung eines unserer Pflegekinder veranschaulicht.

Tag 1

Zunächst wird das Kind in eine Bereitschaftspflegefamilie aufgenommen. Zum Zeitpunkt der Inobhutnahme ist es gesundheitlich und körperlich stabil.

Die ersten Wochen

Anfangs passt es sich an und verhält sich unauffällig, was jedoch nach nur kurzer Zeit zu starker Frustration und Wut führt. Es fällt ihm schwer, Vertrauen zur Pflegemutter aufzubauen. Vor allem ihr gegenüber zeigt es seine Wut, indem es ihre persönlichen Gegenstände zerstört. Die starken Frustrationen und intensiven Emotionen äußern sich in Gefühlsausbrüchen und Sachbeschädigungen (zum Beispiel das Zerkratzen vom Erziehungsstellen Auto).

Die ersten Monate

Das Kind erhält eine wöchentliche psychotherapeutische Behandlung, in der es unter anderem hilfreiche Bewältigungsstrategien erlernt. Im Verlauf konnten die therapeutischen Intervalle von wöchentlich zunächst auf jede zweite Woche und schließlich auf einmal im Monat reduziert werden.

Die ersten Jahre

Nach zwei Jahren wurde das Kind von derselben Erziehungsstelle von der Bereitschaftspflege in die Dauerpflege übernommen. In dieser Zeit hat es eine sichere und liebevolle Bindung zu der Erziehungsstelle sowie zu allen Pflegegeschwistern aufgebaut.

Das Kennenlernen des Halbbruders ist für seine biografische Entwicklung und Identitätsfindung von großer Bedeutung.

Die Fähigkeit, Frustration zu regulieren und sich aus belastenden Situationen zurückzuziehen, hat sich deutlich verbessert. Es kann Konflikte und eigene Emotionen inzwischen wesentlich besser steuern.

Das Kind übernimmt gerne Verantwortung für die jüngeren Pflegekinder, erklärt ihnen Dinge, umsorgt sie und ist stolz auf seine Rolle als großes Geschwisterkind. Es benötigt jedoch zeitweise eine einfühlsame Begrenzung durch die Erziehungsstelleneltern.

Aktueller Stand in der Erziehungsstelle

Das Kind befindet sich in der Pubertät, probiert sich aus und zeigt eine altersentsprechende Entwicklung. Es hat sich positiv entwickelt, was das Eingehen von Freundschaften betrifft. In der Schule zeigt es gute Leistungen und ist mit den Aufgaben oft schneller als die Mitschüler. Innerhalb der Erziehungsstelle nimmt es eine stabile und sichere Rolle ein und entwickelt sich zu einem zunehmend selbstbewussten Jugendlichen.

Überlegen Sie, ob Sie eine Erziehungsstelle werden und einem Kind ein liebevolles Zuhause bieten möchten. Wenn ja, füllen Sie unser Bewerbungsformular aus und vereinbaren Sie ein unverbindliches Erstgespräch mit uns.